Noerdlich von Pakse, in etwa auf halber Strecke nach Vientane (Hauptstadt), gibt es mehrere Nationalparks bzw. National Protected Areas (duerfen besiedelt werden). Der Ausgangspunkt fuer die Touren in die Parks und Hoehlen ist dabei Tha Khaek. Von dort kann man den legendaeren "Loop" durch die Berge mit gemietetem Motorrad absolvieren. Legendaer ist er v.A., weil er oft erwaehnt aber selten gemacht wurde, und es in der Travel Lodge in Tha Khaek ein Logbuch der letzten paar Jahre gibt, geschrieben von Reisenden. Darin stehen manchmal Horror-Stories von der Regenzeit vor 3 Jahren, als es kaum asphaltierte Strassen und nur Bambusstoecke statt Bruecken gab, und von Stuerzen mit viel aufgeschuerfter Haut usw. - In den letzten Jahren wurde "dank" des neuen Riesen-Staudamms Nam Theun 2 der Grossteil der Strecke aufgemotzt, und wir waren ja in der Trockenzeit unterwegs.
Posing auf der Uebungsfahrt zum Tempel...
Die Karte aus dem Travelers Logbook, wir fuhren gegen den Urzeigersinn von Tha Khaek (links unten) mit Uebernachtungen in Nakai, Lak Sao und (Ban) Na Hin.
Also fix 2 halbautomatische Motorraeder (selber schalten, aber keine Kupplung) fuer 7 USD/Tag gemietet. Der Vermieter schenkte uns noch den restlichen Nachmittag zum Ueben, weshalb wir am naechsten Morgen sofort Richtung Osten (Nyommalat) aufbrechen konnten. Auf der ersten Etappe gibt es verschiedene Hoehlen mit Buddhas und ohne zu sehen, und man faehrt auf einer nagelneuen Strasse zwischen den Karstfelsen hindurch. Hinter jeder Kurve dachte ich mir ein neues "Wow!", und alleine fuer diesen einen Tag haette sich die Tour schon gelohnt.
Vor der Hoehle ohne Buddhas, aber mit Kindern
unsere Fuehrung durch die Hoehle... leider hatten wir nix Kleines zum Verschenken mit.
Am Abend kamen wir schon am Powerhouse im Tal unterhalb des 200m hoeher liegenden Stausees vorbei - eine riesige Anlage mit 4 Turbinen, von denen 3 Strom fuer die Nachbarlaender produzieren. Kein Wunder, der Damm wurde auch von einem italienisch-thailaendischem Konsortium gebaut, und die Laoten verbrauchen nach wie vor sehr wenig Strom.
Als es dunkel wurde, waren wir gerade in Nakai, einem trostlosen Wellblechkaff, das wohl nur hochgezogen wurde, um Arbeiter fuer den Staudamm und umgesiedelte Anwohner unterzubringen. Unser Guesthouse hatte seinen Namen dann auch wirklich nicht verdient, und als wir in der kleineren Schuhschachtel gegenueber ein Beerlao bestellten, bekamen wir jeder ein Maedel zugeteilt. Am Schluss waren es dann 5, und im Gang hinter der Bar gab es genau 5 Zimmer... naja, niemand konnte Englisch, sehr seltsam alles, und wir liessen sie nach dem Bier in Ruhe. Auch am naechsten Tag entpuppte sich der Ort als eine deprimierende, trostlose Ansammlung von Behausungen auf der ansonsten staubigen und leeren Hochebene ueber dem Stausee. Die Tiere auf dem Marktplatz hatten alle einen Knacks, z.B. die Kuehe die am liebsten Karton ass(sz)en, und ein kleines Schwein, das vergessen hatte wie dick es schon war, und vor uns durch einen kleinen Zaun fliehen wollte... OK, das war dann wieder ziemlich aufmunternd, und wir konnten auf der 1A Strasse durch das Staubecken duesen.
Ex-Dschungel auf dem Hochplateau
Clemi + das schoenste Zimmer in Laos
Eine glueckliche Kuh in Nakai... wo ausser Staub und Kartons nichts Essbares waechst
Auf dem Weg nach Norden (Lak Sao) kamen wir noch an dem Staudamm selber vorbei, der im Vergleich zur Groesse der aufgestauten Flaeche klein ist. Die Turbinen befinden sich auch am besser erreichbaren, anderem Ende des Sees. Die erste Strassensperre (Militaer) liess uns einfach durchfahren, die Securities des Unternehmens hielten uns dann aber bei Ihrer Schranke vor dem Damm auf. Der leitende Sicherheitsmann, ein junger, ehemaliger Polizist, hatte aber Englischlehrer studiert, und war stolz, uns mal "seinen" Staudamm zeigen zu duerfen. Er war selber erst seit 2 Wochen im Amt, und hatte ihn selber noch nicht gesehen. Wir mussten nur unser Gepaeck abgeben, und durften noch ein paar Abschiedsfotos mit den Sicherheitsmaennern machen.
Auf dem Weg zum Staudamm
Die letzten Kilometer vor Lak Sao hatten den Namen Strasse auch nicht verdient, eher eine Ansammlung Loecher, von Geroell umgeben. Wir waren gerade am hoechsten Punkt, also im wahrsten Sinne des Wortes "ueber den Berg", als meine Gaenge nicht mehr reingehen wollten. Irgendwer hatte wohl den Zahnkranz, der in die Kette greift abgenutzt... (k.A. wie das Teil heisst...) Mit ein paar Schiebe- und Anschieb-Aktionen kamen wir aber relativ schnell zu der Stelle, ab der wir nurnoch bergab rollen mussten. Davor hatte uns ein vorbeifahrender Kalifornier laotischer Herkunft (was fuer ein Zufall) erklaert, wie weit es bis zur naechsten Werkstatt ist. Glueck im Unglueck, und fuer lasche 20.000 Kip (1 Euro = 12.000 Kip) wurde das Zahnrad ausgetauscht!
Lak Sao liegt da hinten irgendwo am Fusse dieser Berge
Am dritten Tag ging es dann ueber die Berge, und in ein breites Tal zur Tham Kong Lo Hoehle. Ein nicht gerader kleiner Fluss fliesst hier einfach mal 7km direkt unter dem Berg durch. Die Hoehle ist stellenweise ca. bis zu 50m breit und/oder hoch, und mit dem Boot durchfahrbar! Der Weg durch das Tal und abends zurueck war genauso atemberaubend. Durch kleine Doerfer faehrt man entlang der (gerade abgeernteten) Reisfelder, mit steilen Felswaenden zu beiden Seiten. Besonders in dieser Gegend, aber eigentlich in ganz Laos, fallen einem die Verhaltensmuster der einheimischen Lebewesen auf: Der fuer Kuehe und Hunde mit Abstand beste Platz, um sich am Hinterteil zu knabbern, ist definitiv der (nicht vorhandene) Mittelstreifen; Schweine, Kuhherden und Entenfamilien ueberqueren am liebsten vor motorradfahrenden Auslaendern die Strasse, ignorieren sie aber ansonsten; jedes Kind ab 2 Jahren tapert am liebsten am Strassenrand rum und schreit winkend "Sabaideeeee" oder faehrt auf einem wackligen Fahrrad zur Schule...
Hoehleneingang
..und am anderen Ende der Hoehle...
...und abends zurueck.
Wir uebernachteten am Ende des Tals, und fuhren dann am naechsten Tag in einem Rutsch zurueck bis nach Tha Khaek. Dabei hatten wir nochmal einen perfekten Ausblick auf die Talebene und die umliegenden Berge...
Das da hinten ist das Tal Richtung Kong Lor Hoehle
Ja, das war die Tour... wie man an der Anzahl der Bilder und der Laenge des Posts erkennt, hat sich der Loop absolut gelohnt. Wir haben viel erlebt, und dank abwechslungsreicher Landschaft, Strassen, Hoehlen und so weiter wurde es nie langweilig!
Kaum in Tha Khaek angekommen, sprangen wir auch schon wieder in den Bus nach Vientane. Von dort gibt es relativ wenig zu berichten, ausser dass es nicht besonders aufregend ist, und Clemensius von dort zurueck nach Bangkok musste...








