Sonntag, 17. Januar 2010

The Loop

Achtung, langer Post ;)

Noerdlich von Pakse, in etwa auf halber Strecke nach Vientane (Hauptstadt), gibt es mehrere Nationalparks bzw. National Protected Areas (duerfen besiedelt werden). Der Ausgangspunkt fuer die Touren in die Parks und Hoehlen ist dabei Tha Khaek. Von dort kann man den legendaeren "Loop" durch die Berge mit gemietetem Motorrad absolvieren. Legendaer ist er v.A., weil er oft erwaehnt aber selten gemacht wurde, und es in der Travel Lodge in Tha Khaek ein Logbuch der letzten paar Jahre gibt, geschrieben von Reisenden. Darin stehen manchmal Horror-Stories von der Regenzeit vor 3 Jahren, als es kaum asphaltierte Strassen und nur Bambusstoecke statt Bruecken gab, und von Stuerzen mit viel aufgeschuerfter Haut usw. - In den letzten Jahren wurde "dank" des neuen Riesen-Staudamms Nam Theun 2 der Grossteil der Strecke aufgemotzt, und wir waren ja in der Trockenzeit unterwegs.


Posing auf der Uebungsfahrt zum Tempel...


Die Karte aus dem Travelers Logbook, wir fuhren gegen den Urzeigersinn von Tha Khaek (links unten) mit Uebernachtungen in Nakai, Lak Sao und (Ban) Na Hin.

Also fix 2 halbautomatische Motorraeder (selber schalten, aber keine Kupplung) fuer 7 USD/Tag gemietet. Der Vermieter schenkte uns noch den restlichen Nachmittag zum Ueben, weshalb wir am naechsten Morgen sofort Richtung Osten (Nyommalat) aufbrechen konnten. Auf der ersten Etappe gibt es verschiedene Hoehlen mit Buddhas und ohne zu sehen, und man faehrt auf einer nagelneuen Strasse zwischen den Karstfelsen hindurch. Hinter jeder Kurve dachte ich mir ein neues "Wow!", und alleine fuer diesen einen Tag haette sich die Tour schon gelohnt.




Vor der Hoehle ohne Buddhas, aber mit Kindern


unsere Fuehrung durch die Hoehle... leider hatten wir nix Kleines zum Verschenken mit.



Am Abend kamen wir schon am Powerhouse im Tal unterhalb des 200m hoeher liegenden Stausees vorbei - eine riesige Anlage mit 4 Turbinen, von denen 3 Strom fuer die Nachbarlaender produzieren. Kein Wunder, der Damm wurde auch von einem italienisch-thailaendischem Konsortium gebaut, und die Laoten verbrauchen nach wie vor sehr wenig Strom.
Als es dunkel wurde, waren wir gerade in Nakai, einem trostlosen Wellblechkaff, das wohl nur hochgezogen wurde, um Arbeiter fuer den Staudamm und umgesiedelte Anwohner unterzubringen. Unser Guesthouse hatte seinen Namen dann auch wirklich nicht verdient, und als wir in der kleineren Schuhschachtel gegenueber ein Beerlao bestellten, bekamen wir jeder ein Maedel zugeteilt. Am Schluss waren es dann 5, und im Gang hinter der Bar gab es genau 5 Zimmer... naja, niemand konnte Englisch, sehr seltsam alles, und wir liessen sie nach dem Bier in Ruhe. Auch am naechsten Tag entpuppte sich der Ort als eine deprimierende, trostlose Ansammlung von Behausungen auf der ansonsten staubigen und leeren Hochebene ueber dem Stausee. Die Tiere auf dem Marktplatz hatten alle einen Knacks, z.B. die Kuehe die am liebsten Karton ass(sz)en, und ein kleines Schwein, das vergessen hatte wie dick es schon war, und vor uns durch einen kleinen Zaun fliehen wollte... OK, das war dann wieder ziemlich aufmunternd, und wir konnten auf der 1A Strasse durch das Staubecken duesen.


Ex-Dschungel auf dem Hochplateau


Clemi + das schoenste Zimmer in Laos


Eine glueckliche Kuh in Nakai... wo ausser Staub und Kartons nichts Essbares waechst

Auf dem Weg nach Norden (Lak Sao) kamen wir noch an dem Staudamm selber vorbei, der im Vergleich zur Groesse der aufgestauten Flaeche klein ist. Die Turbinen befinden sich auch am besser erreichbaren, anderem Ende des Sees. Die erste Strassensperre (Militaer) liess uns einfach durchfahren, die Securities des Unternehmens hielten uns dann aber bei Ihrer Schranke vor dem Damm auf. Der leitende Sicherheitsmann, ein junger, ehemaliger Polizist, hatte aber Englischlehrer studiert, und war stolz, uns mal "seinen" Staudamm zeigen zu duerfen. Er war selber erst seit 2 Wochen im Amt, und hatte ihn selber noch nicht gesehen. Wir mussten nur unser Gepaeck abgeben, und durften noch ein paar Abschiedsfotos mit den Sicherheitsmaennern machen.


Auf dem Weg zum Staudamm





Die letzten Kilometer vor Lak Sao hatten den Namen Strasse auch nicht verdient, eher eine Ansammlung Loecher, von Geroell umgeben. Wir waren gerade am hoechsten Punkt, also im wahrsten Sinne des Wortes "ueber den Berg", als meine Gaenge nicht mehr reingehen wollten. Irgendwer hatte wohl den Zahnkranz, der in die Kette greift abgenutzt... (k.A. wie das Teil heisst...) Mit ein paar Schiebe- und Anschieb-Aktionen kamen wir aber relativ schnell zu der Stelle, ab der wir nurnoch bergab rollen mussten. Davor hatte uns ein vorbeifahrender Kalifornier laotischer Herkunft (was fuer ein Zufall) erklaert, wie weit es bis zur naechsten Werkstatt ist. Glueck im Unglueck, und fuer lasche 20.000 Kip (1 Euro = 12.000 Kip) wurde das Zahnrad ausgetauscht!




Lak Sao liegt da hinten irgendwo am Fusse dieser Berge

Am dritten Tag ging es dann ueber die Berge, und in ein breites Tal zur Tham Kong Lo Hoehle. Ein nicht gerader kleiner Fluss fliesst hier einfach mal 7km direkt unter dem Berg durch. Die Hoehle ist stellenweise ca. bis zu 50m breit und/oder hoch, und mit dem Boot durchfahrbar! Der Weg durch das Tal und abends zurueck war genauso atemberaubend. Durch kleine Doerfer faehrt man entlang der (gerade abgeernteten) Reisfelder, mit steilen Felswaenden zu beiden Seiten. Besonders in dieser Gegend, aber eigentlich in ganz Laos, fallen einem die Verhaltensmuster der einheimischen Lebewesen auf: Der fuer Kuehe und Hunde mit Abstand beste Platz, um sich am Hinterteil zu knabbern, ist definitiv der (nicht vorhandene) Mittelstreifen; Schweine, Kuhherden und Entenfamilien ueberqueren am liebsten vor motorradfahrenden Auslaendern die Strasse, ignorieren sie aber ansonsten; jedes Kind ab 2 Jahren tapert am liebsten am Strassenrand rum und schreit winkend "Sabaideeeee" oder faehrt auf einem wackligen Fahrrad zur Schule...








Hoehleneingang




..und am anderen Ende der Hoehle...

...und abends zurueck.

Wir uebernachteten am Ende des Tals, und fuhren dann am naechsten Tag in einem Rutsch zurueck bis nach Tha Khaek. Dabei hatten wir nochmal einen perfekten Ausblick auf die Talebene und die umliegenden Berge...

Das da hinten ist das Tal Richtung Kong Lor Hoehle




Ja, das war die Tour... wie man an der Anzahl der Bilder und der Laenge des Posts erkennt, hat sich der Loop absolut gelohnt. Wir haben viel erlebt, und dank abwechslungsreicher Landschaft, Strassen, Hoehlen und so weiter wurde es nie langweilig!

Kaum in Tha Khaek angekommen, sprangen wir auch schon wieder in den Bus nach Vientane. Von dort gibt es relativ wenig zu berichten, ausser dass es nicht besonders aufregend ist, und Clemensius von dort zurueck nach Bangkok musste...

Donnerstag, 14. Januar 2010

Pakse und Champasak

Von Sueden aus arbeiteten wir uns nach Norden vor. In der Gegend um Pakse wollten wir v.A. das Bolevan-Plateau und die Tempelanlagen von Wat Phu bei Champasak sehen. Nach Champasak kommt man von der Hauptstrasse nur mittels einer abenteuerlichen aber effektiven Faehre und ein paar halsabschneiderischen TukTuk-Fahrern... und zu den Tempeln faehrt einen dann auch wieder nur die TukTuk-Mafia. Wir habens jedenfalls ueberlebt, auch wenn wir wie alle braven deutschen Touristen um 12 Uhr mittags in der prallen Sonne unterwegs waren.


es... scheint... zu... halten...








Eine Horde netter Thailaender nimmt uns mit ihrem saengthaw (Pickup-Bus) von der Faehre bis nach Pakse mit

In Pakse trafen wir dann Katrine aus Amsterdam wieder, die wir schon von den Inseln kannten. Ueberhaupt habe ich viele Hollaender getroffen, die sind einfach ueberall! Zu dritt war dann ein kleiner 2-Tages EcoTourism-Trek auf das Bolevanplateu erschwinglich, und der hat sich absolut gelohnt. Zusammen mit der Tour durch die vietnamesischen Highlands weiss ich jetzt so gut wie alles ueber Kaffne, die verschiedenen Pflanzne, wie er anzubauen und zu trocknen ist, warum normaler Massen-Kaffee von schlechter Bohnenqualitaet ist usw. usw... Dazu haben wir noch 2 Kilo FairTrade-Tee und -Kaffnee erstanden. Muss man das eigentlich verzollen?








Meine Badehose ist in Vietnam verschollen, aber laotische Badehosen sind auch chic... und vor dem Wasserfall ohnehin!








geschafft... am anderen Ende des Plateus und gegenueber den Tad Fane Wasserfaellen

Mittwoch, 13. Januar 2010

Ungefaehr 4000 Islands...



...sollen im Mekong an der Grenze zu Kambodia rumschippern. Vielleicht sind es wirklich 4000 Inseln, vielleicht auch nur 400 Inseln und - je nach Regen - viele Untiefen und Buesche, die aus dem Wasser ragen.
Zu Neujahr waren wir auf Don Det, der... naja, also Action kann mans nicht nennen... sagen wir mal fuer 4000 Islands-Standards belebtesten grossen Inseln. Das Einzige, was man dort machen kann, ist, in Haengematten im Bungalow oder Restaurant bzw. Boot/LKW-Reifen im Wasser davor abzuhaengen. Und zu den Wasserfaellen radeln. Und dann wieder Haengematte oder 1h auf das Essen im Ufer-Restaurant warten... aber man hat ja Zeit...











Dienstag, 5. Januar 2010

Highlands...

Okeeh, die Menschen mit denen wir uns treffen wollten kommen grade nicht. Da bleibt mir noch Zeit fuer ein paar Fotos aus den Highlands.

Von Saigon aus bin ich ueber Nacht direkt nach Da Lat gefahren, und war ueberrascht, wie kalt es dort frueh morgens war. Das war im Vergleich zum Sueden zwar kalt, aber angenehm, und hat mich fast an zuhause erinnert. Endlich mal Asiaten mit Muetzen, Daunenjacken und Schals statt Perma-Sommer-Klamotte, hah!
In Dalat selbst war ich dann die meiste Zeit mit selbstgemietetem Motorrad zum Wandern oder testweisen Tagestour mit den EasyRiders unterwegs. Letztere fahren zwischen Dalat und Hanoi so ziemlich die kompletten Highlands und Ho-Chi Minh Pfade ab, wo man eben sonst mit den kuestennahen Bussen nicht so hinkommt. Daraufhin bin ich dann, statt mit einem ueberfuellten Minibus, mit meinem Guide "Vienh" auf einer alten Minsk 2 Tage lang von Da Lat nach Nha Trang gefahren.


Wandern auf den hoechsten Gipfel um Da Lat



Ausblick auf Dalat und Umgebung, die glaenzenden Plastikplanen gehoeren den Blumen-, Gemuese- und Tomatenbauern, fuer die Dalat beruehmt ist.


Kaffnee.


Elephant Waterfalls in der Naehe von Dalat


Auf dem Weg zur Kueste mit meinem lustigen EasyRider Guide


Morgen des 2. Tages am Lake Lak... der irgendwie nicht im Bild ist...




..bis zur Kueste in Nha Trang